Pfarrer Werner Kraus von der katholischen Pfarrei St. Josef der Arbeiter in Zirndorf


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Zirndorf – Werner Kraus wuchs in Bamberg auf und studierte dort Theologie. Seit 31 Jahren steht er im Pfarrdienst der katholischen Kirche. Im September 2000 übernahm er die Leitung der katholischen Pfarrei St. Josef der Arbeiter in Zirndorf.

Blauer Kurier: Wie entstand der Wunsch Pfarrer zu werden?
W. Kraus: In das kirchliche Leben bin ich hineingewachsen. Meine Familie war schon immer eng mit der Kirche verwoben. Als kleines Kind ging ich gerne mit in die Messe, mit 5 Jahren habe ich bereits Gebetbücher gelesen und in der 4. Klasse beschrieb ich in einem Aufsatz meinen Wunsch Pfarrer zu werden.

B. K.: Was gehört zu Ihren Hauptaufgaben?
W. K.: Selbstverständlich die Vorbereitung und Durchführung des Gottesdienstgeschehens mit allen kirchlichen Festen. Besonders am Herzen liegen mir Jugendfreizeiten. Mit der Leitung einer Pfarrei ist auch viel Verwaltungsarbeit verbunden. Die Delegation betriebswirtschaftlicher Aufgaben wäre eine Erleichterung. Nur bei den KiTas gibt es da inzwischen etwas mehr Unterstützung durch die Kirche. In diesem Jahr steht zudem die Außenrenovierung von St. Josef an, 2018 die Sanierung von Heizung, Elektrik und Orgel.

B. K.: Wie sieht es mit Arbeitszeiten und Urlaub aus?
W. K.: Normalerweise ist 1 Tag pro Woche frei. Das klappt nicht immer. Man muss sich dem Arbeitsanfall anpassen. Insgesamt gibt es im Jahr 4 Wochen Urlaub, die man vorher gut einplanen muss, damit nichts dazwischenkommen kann.

B. K.: Was machen Sie in Ihrer Freizeit gerne?
W. K.: Ich singe in der evangelischen Kantorei mit, lese viel, sehe fern und koche leidenschaftlich. Im Winter fahre ich ein paar Tage Ski, auch im Sommer bevorzuge ich die Berge. Da ich immer noch gerne campe, empfinde ich die CVJM Zeltlager ebenfalls als Urlaub.

B. K.: Wäre es nicht auch für einen Pfarrer schön, einen Menschen zur Seite zu haben, mit dem er Glück und Sorgen teilen kann?
W. K.: Das Alleinsein ist tatsächlich schwer. Bis Anfang 2015 wohnte meine Mutter zeitweise hier. Seit sie im Seniorenheim untergebracht ist, vermisse ich einen Ansprechpartner sehr. Man braucht Menschen um sich, mit denen man über alles reden kann.

B. K.: Viele Leute glauben zwar an christliche Werte, gehen aber nicht in die Kirche. Was kann man tun?
W. K.: Das ist in der heutigen Zeit nicht leicht. Mit der Predigt kann man den Menschen neues Gedankengut für ihren Glauben nahebringen. Mit der Botschaft des Evangeliums möchte ich sie überzeugen, dass Gott ihnen in Liebe entgegenkommt und dass der Glaube positiv und froh stimmt. Ich halte die Glaubensgemeinschaft, die man in der Kirche findet, für sehr wichtig und stärkend.

B. K.: Wie denken Sie über die ökumenische Bewegung?
W. K.: Eine engere Zusammenarbeit zwischen den christlichen Kirchen ist unbedingt notwendig. Sie könnte vieles erleichtern. Da muss sich mehr bewegen. Es geht schließlich um Jesus Christus und nicht primär um menschliche Regeln.

B. K.: Vielen Dank für das interessante Gespräch.