Heimat ist da, wo das Flic Flac Zelt steht


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Larissa Medved-Kastein (li.) und ihre Schwester Tatjana Kastein (re.)


Nürnberg – Flic Flac kommt im Dezember zurück nach Nürnberg. Die beiden Juniorchefinnen Larissa Medved-Kastein (30) und ihre Schwester Tatjana Kastein (25) gewähren dem Blauen Kurier einen Blick hinter die Kulissen des bekannten Circusunternehmens.

Blauer Kurier: Liebe Larissa, liebe Tatjana, ab 21. Dezember präsentiert ihr die Neue X-Mas-Show in Nürnberg auf dem Volksfestplatz am Dutzendteich. Auf welche spektakulären Programmpunkte dürfen wir gespannt sein?

Vier athletische Kolumbianer rocken das Todesrad – als Eröffnungsact. Sie heizen dem Publikum richtig ein. Eine tolle Einstimmung auf ein rasantes Programm, das ohne Globe of Speed auskommt.

Eure neue Show soll nicht nur wie gewohnt adrenalingeladen und unkonventionell, sondern „durchaus auch schräg“ sein. Wann wird es „schräg“?

Schräg wird es spätestens dann, wenn die Flic Flac Comedy ins Spiel kommt. Wie immer auf höchstem Niveau. Allerdings durchaus provokant, frech, hintergründig und ironisch.

Wie viele Personen reisen mit Flic Flac?

Um die hundert Menschen beschäftigt das Unternehmen auf der Tour. Über Weihnachten gut das Fünffache, denn dann finden in ausgewählten deutschen Städten die begehrten Flic Flac Weihnachtsshows statt. Alle mit einem anderen spektakulären Programm.

1989 gründete euer Vater, Benno Kastein, gemeinsam mit seinem Bruder den Circus. Ihr seid quasi in der Manege aufgewachsen – eine ziemlich idyllische Vorstellung?

Ein Leben im Wohnwagen, ständig unterwegs, umgeben von Menschen unterschiedlicher Nationalitäten: Wir können uns kein anderes Leben vorstellen. Es ist das, was wir wollen. Das, was wir genießen. Aber idyllisch – im klassischen Sinn von Circusromantik? Nein. Es einfach ein ganz normales Leben, es ist unser Leben.

Ihr beide übernehmt mehr und mehr das Ruder des Familienunternehmens. Wie ist das Alltagsgeschäft unter euch beiden aufgeteilt?

Larissa: Ich engagiere mich stark bei der Auswahl der Artisten, der Choreografie der Show, der Entwicklung neuer künstlerischer Konzepte.
Tatjana: Mein Part ist der kaufmännische. Die Buchhaltung, das Ticketing, die Verwaltungsabläufe im Tourbüro gehören dazu.


Ihr seid selbst mit einer ordentlichen Portion Mut ausgestattete Akrobatinnen, habt euch aber in noch tollkühnere Zweiradartisten verliebt. Angst muss also auf gewisse Weise euer täglicher Mitbewohner sein. Wie geht man damit um?

Angst wäre auf Dauer ein schlechter Begleiter. Wir kennen das Risiko, haben großen Respekt davor und sind dankbar, gesund und glücklich zu sein. Und das mit wunderbaren Partnern und zwei hinreißenden Töchtern.

Und was bedeutet Heimat für euch?

Heimat ist dort, wo das Flic Flac Zelt und der Wohnwagen stehen, wo die Familie zusammen aufwacht und einschläft.