Warum eine Lesung mit Dennis Gastmann niemals langweilig ist.




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Lesen Sie das Interview und sehen Sie sich die schönsten Bilder an.


Andere schreiben einen Armutsbericht, Sie einen Reichtumsbericht. Warum?
Weil Arm und Reich Geschwister sind. Früher habe ich über kenianische Slums, Elendsviertel in Panama City oder die Kaste der Unberührbaren in Südindien geschrieben. All diese Menschen waren auf der Suche nach dem Glück und die meisten setzten Glück mit Wohlstand gleich. Manche träumten von Palästen, andere nur von einem Haus, in das es nicht hineinregnet. Ich wollte wissen, wie sich überbordender Reichtum anfühlt. Was macht Geld mit dem Kopf und mit dem Herzen? Was ist Luxus, wenn man alles besitzt? Welche Rolle spielt Geld, wenn Geld keine Rolle spielt?
Muss man genug Geld haben um in der „besten Gesellschaft“ recherchieren zu können?
Man sollte wenigstens nach Geld aussehen und die Codes der Geschlossenen Gesellschaft lernen: Der Dame nachschenken, wenn sich das Glas leert. Aufstehen, wenn Madame sich die Nase pudern möchte. In sieben Sprachen Smalltalk halten, auch wenn man die Sprachen gar nicht beherrscht. In jeder Metropole dieser Welt ein Lieblingsrestaurant haben. Und bei offiziellen Anlässen niemals, wirklich niemals den Teller leer essen – sonst entlarvt man sich als Bauer.
Der/Die war tatsächlich ganz anders als ich es mir vorgestellt habe?
Viele! Werner Kieser, Chef der Kieser-Fitnessstudios, öffnete mir im Pyjama, den Rottweiler an der Hand, und zeigte mir alles: Vom Inhalt der Gefriertruhe bis zum ehelichen Schlafzimmer. Seine Botschaft: „Vermögen ist das, was man vermag.“ Rolf Eden, der allerletzte Playboy, ließ gleich alle Türen seiner Villa offen stehen. Er taumelte barfuß durchs Foyer und begrüßte mich mit den Worten: „Ich war gestern im Puff.“ Trotzdem konnte ich ihm liebevolle Seiten abgewinnen.
Einmal Türe geöffnet – immer eingeladen?
Irgendwann lief es ganz von allein. Prinzessin Bea von Auersperg lud mich zu einer Gala im legendären Marbella Club ein und stellte mir ihre Freunde vor: Gräfin Gunilla von Bismarck zum Beispiel oder die Ex-Frau von Dolph Lundgren. Bald darauf lud mich ein Baulöwe auf seine Privatinsel „Star Island“ ein. Freundschaften sind aber nicht geblieben.
Welche Grundregeln muss man befolgen, um reich zu werden und zu bleiben?
Es sind genau drei. Ein berühmter Unternehmensberater hat sie mir aufgezählt: Arbeiten, arbeiten, arbeiten. „Das ist aber anstrengend“, antwortete ich und er verriet mir eine Alternative, die erstaunlich gut funktioniere: „Lesen Sie Felix Krull!“
Zirndorf freut sich auf Dennis Gastmann - warum sollten wir unbedingt bei der Lesung dabei sein?
Ich werde in Text, Filmen und Fotos von der überraschendsten, abenteuerlichsten und absurdesten Reise meines Lebens erzählen. Von goldenen Oligarchenpalästen in Kiew, wo der Falke im Atrium kreist und die schneeweiße Superyacht hinterm Haus ankert - bereit für eine Shoppingtour. Von alternden Playboys, die heimlich weinen. Und davon, dass arme Menschen manchmal glücklicher und reicher sind als andere, weil sie noch Träume haben.


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